Tom Mathmann berichtet über die Deutsche SchülerAkademie 2017 in Österreich
erstellt: 28.09.2017

Zum Ende des letzten Schuljahres hatte ich die einzigartige Möglichkeit, an der Deutschen SchülerAkademie (DSA) teilzunehmen. Die DSA bietet in neun Akademien in Deutschland und über Kooperationen an 4 internationalen Akademien im Ausland, die Möglichkeit, sich wissenschaftlich mit Themen aus den Bereichen Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften auf universitärem Niveau zu beschäftigen.

Die – im Vergleich zur Nachfrage – wenigen Plätze der Deutschen SchülerAkademie sind heiß begehrt. Daher habe ich mich sehr gefreut, als ich im April die Zusage erhalten habe, dass ich nicht nur einen Platz in der Akademie bekommen hatte, sondern sogar mein Erstwunsch erfüllt worden war. So durfte ich am 21. Juni zum Medizinkurs der Internationalen Sommerakademie nach Wien/Semmering (Österreich) reisen.

Hier haben wir uns dann jeden Tag von 8-18 Uhr mit molekularbiologischen und biomedizinischen Fragestellungen beschäftigt. Konkret haben wir bspw. Eigenschaften und Unterschiede von Prionen und verschiedenen Viren wie Influenza, HIV oder Adenovirus untersucht, um die Schwierigkeiten bei der Therapie dieser Erkrankungen auf molekularer Ebene zu verstehen. Ein weiterer Fokus des Kurses lag darin, Forschungsmethoden und Analysewerkzeuge eines Molekularbiologen kennenzulernen, der strukturbiologische Untersuchungen durchführt. Hierfür haben wir viel mit dem Mikroskop gearbeitet, Organe seziert, Proteine für eine Röntgenstrahlen-Untersuchung kristallisiert und gelernt, die räumliche Struktur von Proteinen zu ermitteln, um diese dann in PyMOL darzustellen.

Unsere Kursleiter waren unwahrscheinlich nett, super engagiert und hochkompetent. Sowohl Frau Gausterer-Wöhrer (Mag. Biologie, Lehrerin für Hochbegabte und  Akademieleiterin der Biologie / Chemie-Kurse der Sommerakademien) als auch Alexander Otahal (MSc Molekulare Zellbiologie, derzeit Studium der Humanmedizin an der Universität Wien) haben uns immer weit über die eigentliche Thematik für wissenschaftliche Diskussionen zur Verfügung gestanden und mit zusätzlichen Informationen versorgt, so z.B. Alexanders Masterarbeit zum Thema: Retrovirale Gentherapie oder die Exkursion nach Wien zum Narrenturm und zum Josephinum. Der Narrenturm im Gelände des Alten Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien wurde 1784 als weltweit erste Psychiatrische Klinik gebaut. Heute beherbergt der Turm das Pathologisch-anatomische Bundesmuseum. Das Josephinum auch Collegium-Medico-Chirurgicum-Josephinum war eine medizinisch-chirurgische Akademie in Wien. Heute ist in den Gebäuden das Institut für Geschichte der Medizin der Medizinischen Universität Wien.

Jede Akademie lebt aber nicht nur davon, dass sich Schüler/innen und Kursleiter gemeinsam hochspannenden wissenschaftlichen Fragestellungen widmen. Sie lebt mindestens genauso auch von der Gemeinschaft und dem persönlichen und interkulturellen Austausch. So verbringt man intensive Tage in einem internationalen Umfeld mit super netten Leuten – in meinem Fall aus Österreich, Deutschland, Ungarn und Liechtenstein. 

Insgesamt war die Akademie für mich ein unbeschreibliches Erlebnis. Noch einmal vielen Dank an alle Lehrer, vor allem Frau Zühlke und Herrn Rasel für den Vorschlag und Herrn Dr. Zöllner für die Empfehlung. Es war wirklich eine beeindruckende Erfahrung. Und ich kann jedem nur empfehlen, dem sich die Gelegenheit bietet, an der Deutschen SchülerAkademie teilzunehmen. Es gibt wirklich viele spannende Kurs-Themen und tolle Erfahrungen.                         

Tom Mathmann (Q2)

Themenbild Fachschaft Biologie: Reh im Gras
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