Das „SoKo-Projekt" – Soziale Kompetenz in der Schule erwerben

 

Demokratie lebt vom aktivem Engagement. Dabei sind die Übernahme von Verantwortung für die Gestaltung des Gemeinwesens und der Wille, Probleme zu sehen und gemeinsam zu lösen, unverzichtbare Voraussetzungen für ein demokratisches Zusammenleben und für die Vermeidung von Gewalt. Wie wir in Zukunft leben werden, ob unsere Gesellschaft zusammenhält, hängt darüber hinaus auch entscheidend davon ab, wie Jung und Alt zusammenarbeiten.

Aus diesen Überzeugungen heraus entstand an unserer Schule schon früh der Gedanke,  gemeinnütziges und soziales Engagement bereits in der Schulzeit einzuüben, wodurch die Kompetenz und die Bereitschaft unserer Schülerinnen und Schüler, sich auch später sozial zu engagieren, gefördert werden sollte. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz entschieden wir uns im Jahr 2008 für die Teilnahme an „SoKo – Soziale Kompetenz in der Schule erwerben“. Dieses JRK-Projekt will möglichst viele Schülerinnen und Schülern aller Schulformen an dieses Engagement und die Übernahme von Verantwortung heranführen.

Was an unserer Schule zunächst als freiwilliges Angebot für Schülerinnen und Schüler begann, erfreute sich bald so großer Beliebtheit, dass die Schulkonferenz beschloss, „SoKo“ als verpflichtendes Projekt für die Mittelstufe einzuführen. Damit ist das Gymnasium am Moltkeplatz eine der ganz wenigen Schulen bundesweit, die mit einer ganzen Jahrgangsstufe am SoKo-Projekt teilnimmt.

Die Umsetzung des Projektes strebt einerseits die Erziehung von Menschen zur Toleranz, zur Gewaltfreiheit und zum Einsatz für den Mitmenschen an und will andererseits das Interesse an sozialen Berufen fördern. Schließlich trägt die Übernahme sozialer Verantwortung von jungen Menschen zur Intensivierung des „Wir-Gefühls“ an der Schule und zur  Verbesserung des Schulklimas bei. Es erfolgt eine Verminderung des Aggressionspotentials in der Schule und im Stadtteil, indem die Verantwortung und Mitbestimmung für die Schule und deren Umfeld auf alle Beteiligten verteilt wird. Damit leistet das Projekt einen maßgeblichen Beitrag zur Gewaltprävention.

Gelingen soll dies durch den mindestens 40-stündigen Einsatz unserer Schülerinnen und Schüler in einer sozialen Einrichtung im Stadtteil (Kindertagesstätten, Familienzentrum, Altentagesstätte, Behinderteneinrichtung, Sportverein u.ä.) an z. B. einem Nachmittag in der Woche oder in den Ferien. Ebenfalls in Betracht kommen aber auch Besuchs-, Vorlese-, und Einkaufsdienste, Friedhofsbegleitung und die Begleitung zum Arzt oder zu Ämtern, aber auch Babysitter-Dienste und Kinderbetreuung bei Hilfsbedürftigen Menschen aus der Nachbarschaft. Darüber hinaus können sich unsere Achtklässler auch an unserer Schule sozial engagieren. So werden für die Übermittagsbetreuung der jüngeren Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen in jedem Schuljahr Helfer gesucht, die die Lehrkräfte bei der Hausaufgabenbetreuung unterstützen oder mit den jüngeren Kindern nach getaner Arbeit auf dem Hof spielen. Das Angebot der Spieleausleihe in den großen Pausen wird ebenfalls schon seit einigen Jahren durch das Engagement unserer „SoKo“-Teilnehmer tatkräftig unterstützt.

Zur Unterstützung und Vorbereitung erhalten unsere Achtklässler im Rahmen einer informellen Einführung am Ende der Jahrgangsstufe 7 eine Projektmappe. In dieser befindet sich ein Anschreiben des DRK, welches das Projekt beschreibt und Ansprechpartner benennt. Ebenso befindet sich dort ein Formular über den Stundennachweis sowie einige statistische Fragen, die Aufschluss über die Rahmenbedingungen geben sollen. Betreut werden die Jugendlichen für die Dauer des Projektes von Herrn Möllecken, der mit Rat und Tat zur Seite steht und auch als Ansprechpartner für die Eltern fungiert. Die erfolgreiche Teilnahme am „SoKo“-Projekt wird abschließend vom Roten Kreuz zertifiziert und mit einer Feierstunde in der Aula unserer Schule begangen. Dabei erhalten unsere Schülerinnen und Schüler neben den umfangreichen Erfahrungen und sozialen Kompetenzen, die sie im Rahmen des sozialen Engagements erworben haben, ein offizielle Urkunde, die bei zukünftigen Bewerbungen dem eigenen Portfolio beigefügt werden kann.

Christian Möllecken

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