Kein Dach über dem Kopf, aber ein Herz, das hilft: Die Arbeit der Diakonie in Krefeld
Was bedeutet es, kein Zuhause zu haben? Es bedeutet nicht nur den Mangel an einem Dach über dem Kopf, sondern auch den Verlust von Sicherheit und Zugehörigkeit, die für viele selbstverständlich sind. In genau diese oft unsichtbare Realität gewährte Marko Lock, Mitarbeiter der Diakonie Krefeld & Viersen, am 12. November 2025 einen tiefen Einblick, als er die 10. Klassen des Moltke-Gymnasiums über das Leben wohnungsloser Menschen informierte. In seinem Vortrag berichtete er über die wichtige Arbeit der Wohnungsnotfallhilfen, die Menschen in akuten Krisen unterstützen.
Ein zentraler Punkt seiner Ausführungen war die Notunterkunft auf der Feldstraße, in der die Diakonie bis zu 80 Personen Zuflucht bietet. Ergänzt wird dieses Angebot durch einen Tagesaufenthalt und eine Notübernachtung, die jährlich von Hunderten von Menschen in Anspruch genommen werden. Herr Lock erklärte, dass die Kommunen gesetzlich verpflichtet sind, sich um wohnungslose Menschen zu kümmern. Er betonte, dass die Ursachen für Wohnungslosigkeit vielschichtig sind. Neben Mietschulden wurden auch familiäre Probleme und Erkrankungen, einschließlich Sucht, als Faktoren genannt. Dabei hob er hervor, dass Sucht oft auch eine Folge von Wohnungslosigkeit sein kann, und widerlegte das Vorurteil, dass Wohnungslosigkeit zwangsläufig mit Sucht oder Bettelei verbunden ist.
Herr Lock wies zudem darauf hin, dass die offiziellen Statistiken, die seit 2020 bundesweit erhoben werden, die tatsächliche Situation oft nur unzureichend abbilden. Insbesondere Frauen sind häufiger informell untergebracht und tauchen daher in den offiziellen Zahlen seltener auf. Für Krefeld wird die Zahl der wohnungslosen Menschen auf 1.000 bis 1.300 geschätzt. Die Diakonie stemmt diese vorgestellte Hilfsaufgabe mit einem Team von rund 30 Mitarbeitenden, die umfassende Hilfe anbieten, von Essens- und Kleiderspenden über Hygieneartikel bis hin zu verschiedenen Beratungsangeboten.
Der Vortrag endete mit einer Botschaft der Menschlichkeit und Hoffnung. Marko Lock betonte, dass jeder Einzelne durch Spenden und ehrenamtliches Engagement einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lage der Betroffenen leisten kann. Die Erkenntnisse aus seinem Vortrag verdeutlichen, dass die Bewältigung von Wohnungslosigkeit eine Gemeinschaftsaufgabe ist und die Solidarität einer Gemeinschaft denjenigen, die am Rand der Gesellschaft stehen, einen Weg zurück in ein menschenwürdiges Leben ebnet.
Ein Artikel von Diana Adhami und Romy Nachtwey (beide 9a, Moltke-Redaktion)