Am 09.11.2022 fand am Moltke das traditionelle Martinsfest vor dem Hauptportal statt. Annabel aus der Moltke-Redaktion hat diesen magischen Abend in einer Mischung aus Reportage und Kurzgeschichte literarisch festgehalten:

Funken steigen in den noch hell erleuchteten Abendhimmel auf und das Licht fällt auf alle, die sich um das Feuer versammelt haben. Die roten Flammen sind der Mittelpunkt der Versammelten und ziehen alle Blicke auf sich. Warm und einladend knistert das Feuer in der kühlen Abendnacht. Stimmengewirr gesellt sich zu dem Knistern des Feuers. Familien stehen dicht aneinander, Freundinnen und Freunde lachen zusammen. Der Duft von Weckmännern liegt in der Luft. In dem Meer aus Menschen stechen unübersehbar bunt gestaltete Laternen hervor. Rote, pinke, blaue und gelbe Abbildungen des Moltkes werden von kleinen, elektrischen Lampen erhellt. Langsam senkt sich die Sonne und der Himmel verdunkelt sich. Weiterhin brennen die Flammen, vom Holz und der kühlen Abendluft am Leben gehalten. Die leeren Treppen vor dem Hauptportal beginnen sich zu füllen. Alle Kinder mit selbstgebastelten Laternen stellen sich vor den leuchtenden Flammen auf und schauen den Funken beim Tanzen zu. Das Stimmengewirr verstummt, als Trompetentöne das erste Martinslied anstimmen. Zuerst singen die Kinder schüchtern, dann immer lauter und enthusiastischer mit und immer noch leuchtet das Feuer. Gespannte Stille herrscht und alle schenken den Singenden ihre volle Aufmerksamkeit. Ein magischer Moment. Noch lange singen die Kinder weiter, bis das letzte Lied geendet hat. Die Treppenstufen leeren sich wieder und die leuchtenden Laternen gesellen sich mit ihren Besitzer/innen wieder zu der Menschenmenge. Das Stimmengewirr erfüllt wieder die Luft und noch immer brennen die Flammen. Hell erleuchten sie den tiefblauen Nachthimmel. Die Wärme des Feuers ist deutlich spürbar. Überall um das Feuer herum strahlen Laternen um die Wette und es werden Weckmänner verkauft. Kinderpunsch schwappt in Gläser und Martinstüten stehen auf jedem Tisch. Der Abend klingt aus und nach und nach gehen die Kinder mit ihren Eltern nach Hause. Immer mehr Laternen werden ausgemacht und irgendwann brennt auch das Feuer nicht mehr. Die letzten Funken steigen in den schwarzen Nachthimmel hinauf, um noch ein letztes Mal die Umstehenden zu erhellen. Immer höher und höher steigen sie, bis sie schlussendlich verglühen. Die Versammelten machen sich auf den Weg nach Hause und lassen das hell erleuchtete Moltke, den Stand mit Weckmännern und Martinstüten sowie die Asche des noch vor Kurzem brennenden Feuers zurück.

 

Annabel Walpurger, 8a (Moltke-Redaktion)